Interview mit Sandro Bollardini (Tribuna)

Interview mit Sandro Bollardini (Tribuna)

“Mit Tribuna wurden die Prozesse standardisiert und administrative Arbeiten beschleunigt. Der Fokus liegt insbesondere im Automatisieren des Massengeschäfts.”

Interview mit: Sandro Bollardini, Inhaber/Geschäftsführer der Delta Logic AG, Entwicklerin der Dossierverwaltungs- und Buchhaltungssoftware Tribuna

Tribuna wird bereits von 14 Kantonen auf Gerichts- und Behördenebene verwendet. In Bern setzen insgesamt 15 Ämter und Gerichtsbehörden die Software Tribuna zur Verrichtung ihrer Arbeit ein, darunter auch das Obergericht und die Generalstaatsanwaltschaft.

SLTA // Bern, 5. Januar 2017

Wie hat das Projekt Tribuna Software im Jahr 1990 seinen Anfang genommen?

SANDRO BOLLARDINI: Am Anfang war das Schreibbüro: Adressen verwalten, Dokumente schreiben, Fristen überwachen und dabei die Übersicht über die einzelnen Dossiers behalten: dies waren schon vor 30 Jahren die Kernaufgaben der Schreibbüros und Kanzleien. Zur effizienten Erfüllung dieser Aufgaben wurde 1990 in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen Luzern, Wallis und Zug der Grundstein für die Tribuna Geschäftskontrolle gelegt. Seither wurde der Funktionsumfang der Software kontinuierlich ausgebaut und deckt die Bedürfnisse von Staatsanwaltschaften, Gerichtsbarkeiten, Jugendanwaltschaften, Rechtsdiensten als auch Migrationsämtern ab.

 

Inwiefern hat Tribuna die Arbeit der Gerichte und der Verwaltungsbehörden seither vereinfacht?

Dies ist anhaltender Veränderung unterworfen. Heute liegt der Fokus in der einfachen und schnellen Bearbeitung der Dossiers. Ebenso wichtig ist das schnelle und gezielte Finden aller relevanten Informationen. Zusammen mit der Tribuna-Allianz, dem Verein aller Tribuna-Anwender, wurden und werden die Arbeits-Prozesse analysiert, optimiert und elektronisch abgebildet.

 

Hat Tribuna zur Beschleunigung des bürokratischen Prozesses in den jeweiligen User-Kantonen beigetragen?

Mit Tribuna wurden die Prozesse standardisiert und administrative Arbeiten beschleunigt. Der Fokus liegt insbesondere im Automatisieren des Massengeschäfts.

 

Welches Feedback erhalten Sie aktuell von den Tribuna-Usern?

Die Tribuna-User schätzen die einfache Handhabung bei gleichzeitigem grossen Funktionsumfang. Besonders die neuen Tribuna V4 Module sind beliebt. So wurde die neue juristische Suche «Volltext Plus» Anfangs 2015 freigegeben und innert 2 Jahren von über 1’400 Benutzern täglich angewendet.

Eine funktionelle reduzierte Version davon ist die öffentliche zugängliche Tribuna Publikation, welche von den Tribuna Kantonen genutzt wird.

(Beispiel: http://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/ )

Die Entscheider erfreuen sich am Preis. Durch das Credo «Einmal entwickeln – mehrfach nutzen» sind die Kosten auf das Minimum reduziert.

 

Welche Verbesserungen und Neuerungen sind zurzeit für Tribuna in Planung?

Tribuna wird laufend erneuert und zurzeit in die vierte Generation überführt. Diese ist webbasiert und klientunabhängig. Mit Tribuna V4 ist durchgängiges elektronisches Arbeiten bis zur Archivierung im Staatsarchiv ohne weitere Medienbrüche Alltag. Multidirektionaler Datenaustausch zwischen Polizei, Justiz und Vollzug, Register wie Vostra und Drittpartnern ist Standard.

 

Erwägen Sie, Tribuna in anderen Kantonen oder sogar auf dem internationalen Markt anzubieten?

Unser Kerngeschäft beinhaltet Gerichtsbarkeiten, Strafverfolgung, Rechtsdienste und Verwaltungen in der Schweiz. Eine internationale Vermarktung ist nicht vorgesehen.