Containerization

Prozessanwälte von Latham & Watkins, Clifford Chance, Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison, Cravath, Swaine & Moore und Skadden, Arps, Slate Meagher & Flom kooperieren und bauen zusammen eine on-premise Plattform, auf der sie LegalTech Angebote in den Bereichen AI, Automatisierung, Vertragsanalyse, Discovery und Praxismanagement mit echten Daten testen und für Effizienzsteigerungen einsetzen können.

Mit dieser App-Store-ähnlichen Plattform sollen die Daten in den Rechenzentren der kollaborierenden Kanzleien bleiben und nicht in den Clouds der LegalTech Anbieter gespeichert werden. Ferner wird es dadurch für die teilnehmenden Kanzleien möglich sein, die Angebote schneller zu testen und einzusetzen. Das Konzept wird als „containerization“ bezeichnet und ist revolutionär.

Sowohl in den USA als auch in Europa ist es zunehmend schwierig und aufwendig geworden, aus den unzähligen LegalTech Angeboten die passenden und richtigen Lösungen zu testen und einzusetzen. Es fehlt oft an Erfahrungswerten, wie die verschiedenen technologischen Services von LegalTech Unternehmen, den Umgang mit den eigenen Daten tatsächlich verbessern und ob sie für Kanzleien tatsächlich nachhaltig einen Mehrwert schaffen. Die USA gehen also hier einen anderen Weg als die Schweiz. Die Schweizer Kanzleien halten sich mit Informationen zu ihren digitalen Strategien zurück. Es wird kaum Wissen ausgetauscht, das Verhalten gleicht einem Versteckspiel. Dieses für Schweizer Kanzleien typische Muster, wird nun durch „containerization“ zu Recht auf den Kopf gestellt. Die erwähnten grossen Kanzleien können damit die Kosten für den Einsatz von LegalTech senken, profitieren gegenseitig von Erfahrungswerten und Erhöhen die Geschwindigkeit beim Einsatz neuer LegalTech Software. Damit schaffen sie sich einen komparativen Vorteil.

Es ist höchste Zeit, dass solche Überlegungen zu LegalTech-Kollaborationen auch unter Schweizer Kanzleien angestellt werden. Warum z.B. automatisiert man Vertragstemplates nicht gemeinsam und reduziert dadurch die hohen Kosten der Automatisierung. Die diesbezügliche Zurückhaltung habe ich nie verstanden.

Die Swiss LegalTech Association (SLTA) trifft sich regelmässig mit Stakeholdern und Vertretern des LegalTech Ecosystems und diskutiert mögliche Szenarien, wie auch in der Schweiz die Auswahl und der Einsatz von LegalTech Software verbessert werden kann. Gut möglich, dass sich auch in der Schweiz ähnliche Konsortien bilden werden. Es ist zu hoffen.

https://www.law.com/americanlawyer/2018/10/04/these-big-law-firms-are-backing-an-app-store-for-legal-tech-products/?slreturn=20180928045500